Eva Doumbia

Eva Doumbia

ist in einem Vorort von Le Havre in der Normandie aufgewachsen. Nach ihrem Studium an der Universität der Provence absolvierte sie u.a. bei Jacques Lassalle, Krystian Lupa, André Engel/Dominique Müller eine Ausbildung als Regisseurin. Im Jahr 1999 gründete sie die Theatergruppe La Part du Pauvre/Nana Triban, die von 2007 bis 2013 an das Théâtre des Bernardines in Marseille angebunden war und ihre Arbeiten zwischen Marseille und Abidjan produzierte. Ihr künstlerischer Ansatz hinterfragt auf poetische Weise hybride Identitäten und versucht Brücken zu bauen zwischen verschiedenen Welten: Europa, wo sie geboren ist und lebt, und Afrika, der Sphäre ihres Vaters (Abidjan, Bamako, Ouagadougou, Niamey, Brazzaville, Libreville) sowie Amerika (Haiti, USA, Brasilien…). Neben ihren eigenen Texten inszenierte sie Texte von Edward Bond, Alfred de Musset, Kouam Tawa, Peter Turrini, Lars Noren, Bertolt Brecht, Dieudonné Niangouna, Aristide Tarnagda und Léonora Miano. Sie adaptierte Romane von Chester Himes, Maryse Condé, Yanick Lahens, Fabienne Kanor, Jamaica Kincaid für die Bühne. Im Februar 2015 wurde sie vom Carreau du Temple mit der Konzeption „AfricaParis“ beauftragt: ein Wochenend-Event, das sie in Marseille auf dem interdisziplinären Festival „Massilia Afropea“ in der Friche Belle de Mai adaptieren wird. Als Gründungsmitglied des Kollektivs „Décoloniser les Arts“ trug sie zum gleichnamigen Buch bei (L’Arche, 2018). 2020 bereitet sie die Inszenierung ihres Textes „Le iench“ vor und kreiert zusammen mit dem Romancier Gauz „Autophagies“ die gemeinsam geschriebene kulinarische Performance zum Thema Lebensmittelmigration.


Foto © Valérie Cachard